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Strompreise in Deutschland

 

Der durchschnittliche Preis, den ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 – 5000 kWh zahlt, beträgt 2014 29,8 ct/kWh. Der Preis für die Endverbraucher ist somit binnen 5 Jahren um 31 % angestiegen [Eurostat 2014a], während der Preis für mittlere Industriekunden um 38 % und für große Industriekunden um 22 % gestiegen ist [Eurostat 2014b]. Der Strompreis, den Industrie- und Privatkunden zahlen, enthält neben den Kosten der Energieerzeugung und des Vertriebs auch verschiedene Preisaufschläge.

 

 

 

Entwicklung des halbjährlichen Strompreises für Industrie- und Privatkunden sowie des monatlichen Strombörsenpreis (Phelix Day Base) und der EEG-Umlage

Datenquellen: [Eurostat 2014a]; [Eurostat 2014b]; [EPEX]; [EEG-Umlage]

 

 

Der Kostenblock Erzeugung, Transport und Vertrieb, der 2014 48 % des Strompreises ausmacht, ist in den letzten fünf Jahren nahezu konstant geblieben. Daneben setzt sich der Strompreis aus acht staatlich festgesetzten Abgaben und Umlagen zusammen [BDEW]:

 

  • Erzeugung, Transport und Vertrieb mit 13,87 ct/kWh.
  • Konzessionsabgabe für die Einräumung von Wegerechten in den Kommunen (§ 48 EnWG) mit gemeindegrößenabhängigen Beträgen von 1,32 ct/kWh bis 2,39 ct/kWh. Der Durchschnittswert lag bei ca. 1,79 ct/kWh [BDEW].
  • Die EEG-Umlage zum Ausgleich der Differenz zwischen Einspeisevergütung und tatsächlichen Verkaufserlösen (§ 37 EEG) wird jeden Oktober von den Übertragungs­netzbetreibern (ÜNB) für das Folgejahr neu berechnet (6,24 ct/kWh) [ÜNB 2014a].
  • Die KWK-Umlage dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (0,178 ct/kWh) (§ 7 KWKG) [ÜNB 2014b].
  • Die § 19-Umlage (§ 19 StromNEV) gleicht die Netzentgeltbefreiung stromintensiver Unternehmen aus (0,092 ct/kWh) [ÜNB 2014c].
  • Die Offshore-Haftungsumlage (§ 17f EnWG) zur Deckung von Schadensersatzkosten durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks lag bei den maximal gesetzlich zulässigen 0,25 ct/kWh [Amprion].
  • 0,009 ct/kWh für die Bereitstellung von Abschaltleistungen [ÜNB 2014d].
  • Die Stromsteuer beträgt seit 2003 2,05 ct/kWh (§ 3 StromStG).
  • Auf die Summe aller Posten werden 19 % Mehrwertsteuer aufgeschlagen (4,65 ct/kWh).

 

 

 

Zusammensetzung des Strompreises für Haushalte mit einem Verbrauch von 3500 kWh im Jahr

Datenquelle: [BDEW]

 


Während die EEG-Umlage 2014 von 5,277 ct/kWh auf 6,24 ct/kWh (+18,2 %) gestiegen ist [ÜNB 2014a], stieg der Anteil der reinen Förderkosten für den Ausbau der Erneuerbaren nur von 2,39 ct/kWh auf 2,54 ct/kWh (+6,3 %). Für den Anstieg der EEG-Umlage sind auch die Ausweitung des Industrieprivilegs und der Rückgang des Börsenstrompreises mitverantwortlich.

Bei der Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen (§§ 40 ff. EEG) zahlen die begünstigten Unternehmen je nach Stromverbrauch und -intensität eine geringere EEG-Umlage oder werden komplett befreit. Im Jahr 2014 profitierten 2799 Abnahmestellen mit einer privilegierten Strommenge von 107 101 GWh von der Ausgleichsregelung, während es 2013 noch 2295 Abnahmestellen mit 95 318 GWh waren [BAFA 2013] [BAFA 2014]. Entsprechend stieg der Posten Industrieprivileg von 0,92 ct/kWh auf 1,26 ct/kWh in 2014.

Die ÜNB berechnen jedes Jahr im Oktober die EEG-Umlage, die im folgenden Jahr fällig wird. Für die Umlage-Berechnung wird der September-Kontostand verwendet. Aufgrund von Abweichungen zwischen Prognose und realer Entwicklung lag der Kontostand im September 2013 (Berechnungsbasis für die Umlage im Folgejahr) bei -2 196 Mio. € [ÜNB 2014e]. Dies schlägt sich in der Nachholung der EEG-Umlage aus dem Vorjahr in 2014 mit 0,59 ct/kWh nieder. Um Unsicherheiten in der Berechnung der ÜNB aufzufangen, wurden 0,27 ct/kWh als Liquiditätsreserve vorgesehen.

Neuanlagen, die von Januar 2012 bis Juli 2014 in Betrieb gingen, erhielten die Marktprämie, um die Integration der Erneuerbaren in den Strommarkt zu fördern und zusätzliche Aufwendungen der Betreiber für die Direktvermarktung zu vergüten. Im Jahr 2013 wurden 85 % des Windstroms, 43 % der Biomasse, 16 % der Wasserkraft, 15 % der Geothermie sowie 11 % der PV direkt vermarktet.

Das Börsenhandelsvolumen für Deutschland und Österreich (Phelix) am EPEX-Spotmarkt hat sich von 135 TWh in 2009 auf über 263 TWh im Jahr 2014 verdoppelt [EPEX]. Dazu trägt auch die seit 2010 eingeführte Pflicht zur Vermarktung des EEG-Stroms über die Börse bei.

 

 

 

Bestandteile der EEG-Umlage

Datenquellen: [BEE 2012][BEE 2013]

Aufgrund einer Kalkulation der EEG-Umlage seitens des BEE kommt es zu Abweichungen ggü. der tatsächlichen EEG-Umlage.

 

 

Die Verbraucher müssen die Differenz zwischen Vergütungszahlungen an die regenerativen Anlagenbetreiber und den immer niedrigeren Börsenpreisen ausgleichen (ø 2014: 3,36 ct/kWh). Um diese Lücke zu schließen, wurden 2014 1,47 ct/kWh in der EEG-Umlage veranschlagt [BEE 2013]. Im August 2014 lag der Börsenpreis mit 2,58 ct/kWh im neuen Rekordtief seit der Vermarktung des EEG-Stroms über die Börse (Juni 2013: 2,78 ct/kWh). Seit 2009 ist der Börsenpreis um 14 % gefallen.

Deutschland hat 2013 so viel Strom exportiert wie noch nie. Der Exportüberschuss lag bei 34 954 GWh, 2012 bei  22 767 GWh. Mit dem bisher höch­sten Netto-Exportüberschuss erzielte Deutschland in 2013 eine Rekordsumme von 1,94 Mrd. €. Dabei wurden 36 873  GWh Strom für durchschnittlich 4,92 ct/kWh importiert und 71 827 GWh mit durchschnittlich 5,23 ct/kWh exportiert [DeStatis].

 

 

 

Deutschlands Stromhandelsbilanz

Datenquelle: [DeStatis]

 


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