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Ausbau im Ländervergleich

 

 

Das Stromeinspeisungs­gesetz setzte von 1991 bis 2002 eine Windstromvergütung von 8 bis 9 ct/kWh fest und ermöglichte WEA an Standorten mit guten Windverhältnissen eine wirtschaftlich rentable Nutzung. Dementsprechend gab es in Deutschland bis in die Mitte der 1990er einen „WEA-Boom“ in den Küstenregionen. Mit zunehmender technischer Entwicklung wurden auch immer mehr WEA an küstenfernen Standorten im Binnenland und in den Mittelgebirgsregionen Deutschlands errichtet. Das Flächenland Niedersachen verfügt über am meisten Windenergieanlagen und installierter Windleistung.

 

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Quelldaten zur Grafik

 

Leistung und Anzahl der Windenergieanlagen in den einzelnen Bundesländern

Datenquellen: [Keiler and Häuser]; [Fraunhofer IWES]

 

 

Die meisten Länder haben eigene Ziele zur Klima- und Energiepolitik formuliert. Diese Ausbauziele übersteigen in Summe den auf Bundesebene erstmals im EEG 2014 beschlossenen Ausbaupfad für die Windenergie in Deutschland erheblich und werden nicht in den anschließenden Netzplanungen verwendet. Der von der Bundesnetzagentur genehmigte Szenariorahmen für die Netzentwicklungspläne (NEP) Strom 2017–2030 [Bundesnetzagenur] liegt mit einer erwarteten installierten Leistung von 58,5 GW onshore im Jahr 2030 um ein Drittel unter den Erwartungen von 90,9 GW, welche die Bundesländer im Szenariorahmen für den NEP 2030 gemeldet hatten.

 

Folgende Abbildung stellt die bisher installierte Leistung, den Zubau des Jahres 2016 und die Nennleistung der Anlagen dar, die bereits genehmigt wurden. Als Zielgrößen werden die im Szenario B 2030 angenommenen Leistungen und die von den Landesregierungen gemeldeten Erwartungen für das Jahr 2030 dargestellt. Für die Länder Bayern, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen werden die Erwartungen des NEP 2030 bereits erfüllt oder übertroffen sein, wenn die bisher genehmigten Anlagen realisiert werden.

 

 

Ausbaustand, Zubau im Jahr 2016, genehmigte Windleistung mit geplanter Inbetriebnahme in 2017 oder 2018, sowie Ausbauszenario B und gemeldete Erwartungen zur Szenarienbildung im Netzentwicklungsplan 2030 in den einzelnen Bundesländern sowie für Nord- und Ostsee. Zusätzlich wird die mittlere Windgeschwindigkeit in Nabenhöhe und die mittlere Nabenhöhe für Projekte mit Angaben zur Windhöffigkeit im Anlagenregister dargestellt. Windgeschwindigkeiten werden ab 10 Datensätzen je Bundesland dargestellt.

Datenquellen: [Keiler and Häuser]; [Bundesnetzagentur]; [UeNB a]; [UeNB b]; [UeNB c]

 

 

Zusätzlich wurde für die Küstenländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen der Zubau auf einen Maximalwert von 58 Prozent der von 2013 bis 2015 durchschnittlich installierten Leistung beschlossen. Damit können bis zum Jahr 2020 in diesem Gebiet maximal 902 MW pro Jahr zugebaut werden. Diese Beschränkung soll den Zubau in Gebieten begrenzen, in denen es bereits zu Netzengpässen kommt [Bundesnetzagentur].

 

 

 

Windprojekte mit BImSchG-Genehmigung nach Bundesländern, Stand 31.12.2016.

Datenquelle: [BNetzA]

 

 

 

Im Juli 2014 wurde das Gesetz zur Einführung einer Länderöffnungsklausel zur Vorgabe von Mindestabständen bei WEA im Wirtschaftsausschuss des Bundestages beschlossen [Bundesrat]. Damit konnte Bayern im November 2014 mit der 10H-Regelung einen landespezifischen Mindestabstand für WEA von der Wohnbebauung festlegen. WEA werden nur genehmigt, wenn deren Abstand zur nächsten Wohnbebauung das Zehnfache der Anlagenhöhe beträgt. Bisher durften WEA bundesweit 800 m von Wohnhäusern entfernt stehen. Geringere Abstände sind nur im Einvernehmen innerhalb der Gemeinde sowie der betroffenen Nachbarkommunen möglich.

 

 

 

Postleitzahlgenaue Verteilung der in Deutschland neu installierten Onshore-Windleistung 2016

Datenquelle: [Bundesnetzagentur]

 

 

Der Ausbau der Windenergie wird von den Bundesländern überwiegend politisch unterstützt und raumordnerisch gesteuert. Die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind aufgrund ihrer windhöffigen Standortbedingungen traditionell führend beim Ausbau im Ländervergleich. Im Jahr 2016 wurde in Niedersachsen mit 894 MW erstmals die größte Windleistung bundesweit installiert. Dahinter folgt Schleswig-Holstein mit 631 MW, Nordrhein-Westfalen mit 588 MW und Brandenburg mit 477 MW. Die höchste Windleistungsdichte bezogen auf die Landesfläche weist mit durchschnittlich 415 kW/km² das Land Schleswig-Holstein auf, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 236 kW / km². Die südlichen Flächenländer Bayern und Baden-Württemberg kommen im Vergleich dazu auf 30 kW / km² und 29 kW/km².


Starke Zuwächse im Vorjahresvergleich gab es in Baden-Württemberg, wo sich der Zubau auf fast 335 MW mehr als verdoppelte. Zusätzlich wurden weitere 195 WEA mit 612 MW genehmigt. Auch Hessen und Thüringen hatten hohe Zuwachsraten.


Für den weiteren Ausbau sind die bis Ende 2016 erteilten Genehmigungen für weitere Anlagen maßgeblich. Diese erhalten eine Vergütung entsprechend dem EEG 2014. Unter dieser Regelung wurden bis zum 31 Dezember 2016 insgesamt 2469 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 7,5 GW genehmigt, die ab 2017 installiert und in Betrieb genommen werden sollen.

 

Auch hier wurden mit mehr als 2200 MW, die meisten Anlagen in Niedersachsen genehmigt, in Nordrhein-Westfalen sind es 1250 MW. Genehmigungen für mehr als 500 MW sprachen außerdem die Länder Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Brandenburg aus. Weitere 1500 MW teilen sich auf die Binnenländer Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt auf.

 

Die weitere Entwicklung wird durch das Ausschreibungsverfahren des EEG 2017 bestimmt. In diesem Rahmen wird erstmals im Mai 2017 eine Auktion für Onshore-Windenergieprojekte gestartet. Die Ausschreibungsmengen orientieren sich an dem im EEG festgelegten Ausbaupfad, mit einem Brutto-Zubau von 2800 MW bis 2019 und 2900 MW ab 2020 [EEG 2017].

 

 

 

 

Postleitzahlgenaue Verteilung der in Deutschland installierten Onshore-Windleistung 2016

Datenquelle: [Keiler and Häuser]; [Bundesnetzagentur]

 

 

 

 

Windleistungsdichte 2016 und Anteil an Stromerzeugung der Bundesländer

Datenquellen: [Keiler and Häuser]; [Bundesnetzagentur]; [AEE]

 

 

 


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