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Ausbau im Ländervergleich

 

 

Das Stromeinspeisungs­gesetz setzte von 1991 bis 2002 eine Windstromvergütung von 8 bis 9 ct/kWh fest und ermöglichte WEA an Standorten mit guten Windverhältnissen eine wirtschaftlich rentable Nutzung. Dementsprechend gab es in Deutschland bis in die Mitte der 1990er einen „WEA-Boom“ in den Küstenregionen. Mit zunehmender technischer Entwicklung wurden auch immer mehr WEA an küstenfernen Standorten im Binnenland und in den Mittelgebirgsregionen Deutschlands errichtet. Das Flächenland Niedersachen verfügt über am meisten Windenergieanlagen und installierter Windleistung.

 

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Quelldaten zur Grafik

 

Leistung und Anzahl der Windenergieanlagen in den einzelnen Bundesländern

Datenquellen: [Keiler and Häuser]; [Fraunhofer IWES]

 

 

In den meisten Bundesländern gibt es politische Bestrebungen die Windenergie zu fördern. Niedersachsen strebt für das Jahr 2020 einen Ausbau auf 14 000 MW Onshore und 8000 MW offshore an [Niedersächsisches Ministerium]. Bis 2050 will Niedersachsens rot-grüne Landesregierung die Onshore-Leistung auf 20 000 MW ausbauen [IWR]. Die Netzentwicklungsinitiative im Land Schleswig-Holstein plant mit knapp 8500 MW Windenergie onshore im Jahr 2020 [Netzentwicklungsinitiative Schleswig-Holstein] und das Land Hessen will 2 % der Landesfläche als Vorrangflächen für die Windenergienutzung ausweisen, um bis 2050 die Stromversorgung vollständig auf EE umzustellen [Hessischer Landtag]. Die Planungen und Ziele der Bundesländer bilden das Szenario C 2024 des Netzentwicklungsplans (NEP) und können der nachfolgenden Abbildung entnommen werden.

 

 

 

Leistung und Anzahl der Windenergieanlagen in den einzelnen Bundesländern sowie Nord- und Ostsee (Stand 2014) aufgeteilt nach Installationsjahr sowie Ausbauplanungen bis 2024 im Szenario C (Ausbauziele der Bundesländer) des Netzentwicklungsplans

Datenquellen: [Keiler and Häuser]; [Fraunhofer IWES]; [Szenario­rahmen 2024] i. V. m. [Offshore-Netzentwicklungsplan 2014]

 

 

Im Juli 2014 wurde das Gesetz zur Einführung einer Länderöffnungsklausel zur Vorgabe von Mindestabständen bei WEA im Wirtschaftsausschuss des Bundestages beschlossen [Bundesrat]. Damit konnte Bayern im November 2014 mit der 10H-Regelung einen landespezifischen Mindestabstand für WEA von der Wohnbebauung festlegen. WEA werden nur genehmigt, wenn deren Abstand zur nächsten Wohnbebauung das Zehnfache der Anlagenhöhe beträgt. Bisher durften WEA bundesweit 800 m von Wohnhäusern entfernt stehen. Geringere Abstände sind nur im Einvernehmen innerhalb der Gemeinde sowie der betroffenen Nachbarkommunen möglich.

 

 

 

Postleitzahlgenaue Verteilung der in Deutschland neu ­installierten onshore Windleistung 2014

Datenquelle: [Keiler and Häuser]

 

 

 Der größte absolute Leistungszubau erfolgte 2014 in Schleswig-Holstein mit 1293 MW, was der Gesamtkapazität von Hessen entspricht. In Niedersachsen wurden 600 MW, in Brandenburg 492 MW zugebaut. Der größte prozentuale Zubau erfolgte mit 27 % in Bayern und mit 25 % in Schleswig-Holstein.

Die obige Abbildung zeigt außerdem, dass Niedersachsen, Brandenburg und Schleswig-Holstein die Bundesländer mit der größten installierten Nennleistung sind. Auf sie entfällt die Hälfte der deutschen Onshore-Windleistung. Ebenso steht in diesen drei Bundesländern die Hälfte aller WEA. In den Ländern Sachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist jede zweite Anlage repoweringfähig. Hier wurden um die Jahrtausendwende viele, aus heutiger Sicht kleine WEA mit geringen Leistungen errichtet.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2013 6817 GWh Strom aus Erneuerbaren erzeugt, davon 3688 GWh durch WEA. Damit ist Mecklenburg-Vorpommern das erste Bundesland, das seinen Strombedarf (etwa 7000 GWh) rechnerisch nahezu vollständig aus EE decken kann [Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern].

 

Schleswig-Holstein weist mit durchschnittlich 327 kW/km² die höchste installierte Windleistung der Flächenländer in Bezug zur Landesfläche auf, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 208 kW / km². Während in den nördlichen Bundesländern durchschnittlich 111 kW bis 327 kW Windleistung je Quadratkilometer installiert sind, zeigen die südlichen Bundesländer, insbesondere Baden-Württemberg und Bayern mit 15 kW/km² bzw. 21 kW/km², sehr viel geringere Werte. Dieses Nord-Süd-Gefälle aber auch die Unterschiede innerhalb der Bundesländer verdeutlicht die folgende Abbildung. Die größte Gesamtleistung steht mit 420 MW in 14913 Jüterborg, die höchste Leistungsdichte ist mit 6,7 MW/km² in 52062 Aachen zu finden. Der größte Zubau fand mit 133 MW in 25821 Almdorf statt, der größte relative Zubau hingegen mit 3 MW/km² in 67655 Kaiserslautern.

 

 

 

Postleitzahlgenaue Verteilung der in Deutschland ­insgesamt installierten onshore Windleistung, Stand Ende 2014

Datenquelle: [Keiler and Häuser]

 

 


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