Kontakt | Impressum | Quellen | FAQ | English | Suche

Netzausbau offshore

 

Im Offshore-Bereich zeichnet sich eine leichte Entspannung der Netzanschlussproblematik ab. Neben den bestehenden Netzanbindungen für die OWP alpha ventus, BARD Offshore 1 und Baltic 1 konnten im Jahr 2014 Riffgat über einen Einzelanschluss [Riffgat] sowie Meerwind Süd/Ost durch Fertigstellung der Netzanbindung HelWin 1 [TenneT] vollständig angeschlossen werden. Der Windpark Nordsee Ost wird im Frühjahr 2015 ebenfalls an HelWin 1 angeschlossen [RWE Innogy]. Weiterhin befinden sich die Netzanschlusssysteme SylWin 1 und BorWin 2 seit Ende 2014 im Probebetrieb [Siemens], so dass die fertiggestellten Windparks DanTysk [DanTysk] und Global Tech 1 [Global Tech] zeitnah komplett angeschlossen werden können. Die Netzanbindung für die erste Ausbaustufe des ebenfalls fertig errichteten Trianel Windpark Borkum erfolgt im Laufe des Jahres 2015 durch das noch nicht vollständig fertiggestellte Netzanschlusssystem DolWin 1 [Trianel].

 

Aufgrund der großen Anzahl der geplanten und genehmigten Offshore-WEA bedarf es einer Netzausbauplanung, die sowohl ökologische, ökonomische als auch räumliche Einflussfaktoren in den Planungsansatz aufnimmt. Der vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ausgearbeitete Bundesfachplan Offshore zielt auf ein Anbindungskonzept in Form von Sammelanbindungen ab. Windparks, die in einem räumlichen Zusammenhang stehen, werden zu sogenannten Clustern zusammengefasst. In der Nordsee wurden so 13 unterschiedliche Cluster identifiziert, in der Ostsee weitere fünf. Standard für solche Sammelanbindungen sind 900 MW Gleichstromsysteme mit einer Spannung von 320 kV [BSH]. Mit den bisher fertiggestellten Netzanbindungssystemen werden die Cluster 2 und 4-6 in der Nordsee sowie der Cluster 3 in der Ostsee erreicht.

 

 

Vorläufige Prüfungsergebnisse der Bundesnetzagentur zum O-NEP 2014 in der Nordsee

Datenquelle: [Bundesnetzagentur]

Vorläufige Prüfungsergebnisse der Bundesnetzagentur zum O-NEP 2014 in der Ostsee

Datenquelle: [Bundesnetzagentur]

 

 

In Zukunft sollen vor allem diejenigen Cluster (zusätzliche) Netzanbindungen bekommen, welche sich nahe der Küste befinden und deren zugehörige Windparks sich bereits im Bau befinden bzw. im Projektverlauf weit fortgeschritten sind [BSH]. Im Zuge dessen wurde 2014 zum zweiten Mal ein Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP) von den ÜNB entworfen. Darin wird der Netzanschluss der Cluster geregelt und Planungssicherheit für Windparkbetreiber und Netzbetreiber geschaffen. Für die (Weiter-)Erschließung einiger Cluster liegt bereits eine verbindliche Netzanbindungszusage vor oder es wurde mit der Realisierung des Netzanschlusses begonnen (vgl. Tabelle). Die Projekte werden jeweils durch eine Aneinanderreihung des Gewässernamens, der Nummer des zu erschließenden Clusters sowie eine im Cluster fortlaufende Nummer bezeichnet.

 

In den vorläufigen Prüfungsergebnissen der BNetzA zum O-NEP 2014 werden zwei zusätzliche Gleichstromanbindungen in der Nordsee und eine Wechselstromanbindung in der Ostsee als erforderlich betrachtet. Die Umsetzung der Projekte soll gestaffelt erfolgen und benötigt fünf Jahre je Nordsee-Projekt sowie dreieinhalb Jahre je Ostsee-Projekt. Insgesamt sind Netzanbindungen mit einer Gesamtleistung von 10,3 GW geplant. Davon befinden sich derzeit knapp 8,3 GW im Startnetz und somit in Betrieb oder Umsetzung (vgl. Tabelle). Je zwei Leitungen in der Nord- bzw. Ostsee wurden durch die BNetzA aufgrund der Reduktion der Offshore-Ziele als vorerst nicht bestätigungsfähig beurteilt (siehe Abbildungen). Weiterhin möchte die BNetzA auf das geplante Netzanschlusssystem BorWin 4 verzichten [Bundesnetzagentur].

 

 

Netzanschluss Projekt Kapazität [MW] Status

(geplante)

Inbetriebnahme

alpha ventus NOR-2-1 60 in Betrieb 2010
BorWin 1 NOR-6-1 400 in Betrieb 2010
Baltic 1 OST-3-1 50 in Betrieb 2011
Riffgat NOR-0-1 110 in Betrieb 2014
HelWin 1 NOR-4-1 580 in Betrieb 2014
SylWin 1 NOR-5-1 860 Probebetrieb 2015
BorWin 2 NOR-6-2 800 Probebetrieb 2015
Baltic 2 OST-3-2 340 Bauvorbereitung/Bau 2014
DolWin 1 NOR-2-2 800 Bauvorbereitung/Bau 2015
DolWin 2 NOR-3-1 920 Bauvorbereitung/Bau 2015
HelWin 2 NOR-4-2 690 Bauvorbereitung/Bau 2015
Nordergründe NOR-0-2 110 Bauvorbereitung/Bau 2016
DolWin 3 NOR-2-3 900 Bauvorbereitung/Bau 2017
Ostwind 1 OST-1-1 250 Bauvorbereitung/Bau 2017
Ostwind 2 OST-1-2 250 Bauvorbereitung/Bau 2018
Ostwind 3 OST-1-3 250 Bauvorbereitung/Bau 2018
BorWin 3 NOR-8-1 900 Bauvorbereitung/Bau 2019
  NOR-3-3 900 Vorbereitung Genehmigung 2022
  OST-4-1 250 Genehmigungsverfahren 2023
  NOR-1-1 900 Vorbereitung Genehmigung 2024
  NOR-7-1 900 vorerst nicht bestätigt  
  NOR-5-2 900 vorerst nicht bestätigt  
  OST-4-1 250 vorerst nicht bestätigt  
  OST-4-2 250 vorerst nicht bestätigt  
BorWin 4 NOR-6-3 900 soll entfallen  

 

Bestehende und geplante Netzanschlüsse in der deutschen Nord- und Ostsee

Datenquellen: [2. Entwurf O-NEP]; [Bundesnetzagentur]; [TenneT]; [Siemens]; [DanTysk]

 

 

Das im O-NEP 2014 verwendete Leitszenario B erwartet für 2024 12,7 GW Offshore-Windleistung. Jedoch ergeben sich ab 2015 neue Szenarienannahmen, nachdem die Bundesregierung die Ziele für den Offshore-Ausbau bis 2020 von 10 GW [Bundesregierung] auf 6,5 GW (§ 3 EEG) gesenkt hat. Der genehmigte Szenariorahmen 2025 weist im Leitszenario B nur noch 10,5 GW Offshore-Erzeugungsleistung aus [Bundesnetzagentur].

 

Infolge der EEG-Reform wird die Netzanschlusskapazität in Zukunft durch ein neues Verfahren vergeben. Mit Beschluss vom 23. 10. 2014 wurde durch die BNetzA zusätzliche Anschlusskapazität i. H. v. 326,2 MW an die OWP Riffgat, Trianel Windpark Borkum, Borkum Riffgrund 1 und 2 sowie erstmalig 735 MW an die OWP Wikinger und Arkona-Becken Südost vergeben. Die OWP Albatros (316 MW) und EnBW Hohe See (490 MW) sollten um die Restkapazität von 450 MW an der Leitung NOR-8-1 durch Versteigerung konkurrieren [Bundesnetzagentur]. In einer außergerichtlichen Einigung konnte EnBW nach Übernahme des OWP Albatros als Eigentümer beider Parks die nachträgliche Zuweisung der 450 MW erreichen und die Versteigerung umgehen [EnBW].

 

Zur weiteren Integration in das europäische Stromnetz haben das BSH und die norwegische Regierung im Oktober 2014 den Bau einer 623 km langen Stromtrasse von Deutschland nach Norwegen genehmigt [BMWi]. Das HGÜ-Seekabel „NordLink“ mit einer Kapazität von 1400 MW soll ab 2019 die norwegischen Pumpspeicherkraftwerke mit dem deutschen Stromnetz verbinden, um den Austausch erneuerbarer Energie zu vereinfachen. Die Investitionsentscheidung und Auftragsvergabe folgte Anfang 2015 [NordLink].

 

 


Wind im Strommix

Energiewende in Deutschland
Windenergie weltweit


Netzintegration

Einspeisung und Erträge
Netzbetrieb
Netzausbau


Onshore

Zubau
Technik
Windressourcen
Zuverlässigkeit
Betriebsergebnisse
Förderbedingungen
Karten


Offshore

Ausbau der Offshore-Windenergie
Technische Entwicklung
Wind- und Wellenbedingungen
Betriebsergebnisse
Rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen
Karten


Veröffentlichungen

Windenergie Report Deutschland
Special Reports
Fraunhofer IWES Veröffentlichungen
Werkzeuge


Projekte

Offshore~WMEP
RAVE
EWeLiNE
EVW
OFT
WinBinn
WInD-Pool