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Volllaststunden

 

Wird der Jahresertrag einer WEA durch ihre Nennleistung dividiert, erhält man die Anzahl der Stunden die ebenjene WEA theoretisch bei voller Leistung betrieben werden muss um den Jahresenergieertrag bilanziell zu erreichen. Diese sog. Volllaststunden ermöglichen durch die Normierung auf die Leistung den Vergleich zwischen verschiedenen Standorten, Anlagen oder Jahren. Deutsche Onshore-WEA erreichten in 2016 nach vorläufigen Daten etwa 1553 Volllaststunden und liegen damit wieder deutlich niedriger als im sehr ertragsstarken Jahr 2015. Die vorläufigen Volllaststundenzahlen für 2016 basieren auf den Hochrechnungsdaten der ÜNB. In der Vergangenheit wurden die tatsächlichen Erträge durch die Hochrechnungsdaten sowohl deutlich unter- als auch überschätzt. Gleichzeitig liegt die Volllaststundenzahl auch unter dem 5-Jahres-Mittel (1625 Volllaststunden) sowie dem 10-Jahres-Mittel (1651 Volllaststunden). Der Einfluss der unterjährig installierten Leistung führt in 2016 zu einer Unsicherheit von rund 11 Prozent. Insgesamt wird das durch den Ertragsindex in folgender Abbildung zu erwartende schwache Windjahr durch die vorläufigen Volllaststunden des deutschen Anlagenparks bestätigt.

 

 

 

Entwicklung der Onshore-Volllaststunden für Gesamtdeutschland

Datenquellen: [Keiler and Häuser], [BNetzA], [UeNB], [Hochrechnung TenneT TSO], [Hochrechnung Amprion],

[Hochrechnung 50Hz][Hochrechnung TransnetBW]

 

 

Die nachstehende Abbildung zeigt die mittleren historischen Volllaststunden in den Regelzonen der ÜNB im Vergleich zu den vorläufigen Volllaststunden des Jahres 2016. WEA, die in der Regelzone des ÜNB TenneT errichtet wurden, erreichten im Durchschnitt über die Jahre 2010–2015 mit 1689 Volllaststunden die höchsten Werte. Mit durchschnittlichen 1648 Volllaststunden erreichten Anlagen in der Regelzone von 50Hertz die zweithöchsten Volllaststunden. Der Grund für die Unterschiede zwischen den verschiedenen Netzbetreibern liegt primär in der unterschiedli­chen Standortqualität in den vier Regelzonen. So handelt es sich beispielweise bei der Regelzone von TransnetBW ausschließlich um Binnenlandstandorte. Eine große Unsicherheit in der Anga­be der Volllaststundenzahl für die Regelzone von TransnetBW resultiert aus der Steigerung der Windenergieleistung in dieser Zone um fast 44 Prozent im Jahr 2016. Der starke Zubau von Schwachwindanlagen in dieser Regelzone erklärt auch die Steigerung der Volllaststunden gegenüber dem langjährigen Mittelwert.

 

 

 

Volllaststunden in den vier Regelzonen der ÜNB (2010–2015)

Datenquellen: [Keiler and Häuser], [BNetzA], [UeNB], [Hochrechnung TenneT TSO], [Hochrechnung Amprion],

[Hochrechnung 50Hz][Hochrechnung TransnetBW]

 

 

Einen deutlichen Kontrast zu den in 2016 vom deutschen Anlagenbestand erreichten Volllaststunden bilden die erwarteten mittleren Volllaststunden der in 2016 neu errichteten WEA. Mit 2721 h liegen die erwarteten Volllaststunden der neuen WEA um den Faktor 1,7 höher als das 10-Jahres-Mittel des Anlagenbestandes. Der Boxplot in der Abbildung zeigt, dass 50 Prozent der in 2016 errichteten WEA im langjährigen Mittel Volllaststunden zwischen 2450 und 3060 h erreichen sollen. Beim Vergleich mit den erwarteten mittleren Windgeschwindigkeiten der Windgutachten ist auffällig, dass die erwarteten Volllaststunden der in 2016 installierten WEA gegenüber den in 2015 installierten WEA sinken, während die erwarteten mittleren Windgeschwindigkeiten leicht steigen.

 

 

 

Erwartete Volllaststunden der installierten WEA

Datenquelle: [BNetzA]

 

 

 


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